Warum schmeckt einem, was einem schmeckt? Eigentlich weiß man, was man gerne isst. Aber es ist nicht immer das, was einem gut tut. Oder doch? Egal ob beim Essen oder beim Sport: Man muss sich nicht kasteien, um gesund zu bleiben. Ein viel erfolgreicherer Schlüssel ist das Hören auf den eigenen Körper.

Karotten munden dem Österreicher scheinbar besser als Gurken. Immerhin ist der Karottenkonsum mit 9 Kilo pro Jahr doppelt so hoch wie der Gurken-Konsum – so zumindest der statistische Durchschnitt. Im Herbst ist es wohl bei vielen der Kürbis, der am besten schmeckt, weil er frisch vom Feld kommt. Mehr als 800 verschiedene Sorten gibt es und auch darunter hat jeder seinen eigenen Favoriten.

Wann das Essen gut schmeckt

Prinzipiell schmeckt alles besser, wenn man hungrig ist. Dann sind die Geschmacksknospen am empfänglichsten und alles schmeckt intensiver.

so Veronika Schöngrundner, Diätologin in der Heiltherme Bad Waltersdorf. Man kann sein Geschmacksempfinden aber sehr gut trainieren. In der Ernährungswissenschaft nennt man dies den Mere Exposure Effect: Je öfter man Lebensmittel isst, die einem nicht schmecken, desto höher wird die Akzeptanz.  Das heißt beispielsweise wenn Kinder keinen Kürbis oder Brokkoli mögen, soll man dieses einfach öfter in verschiedenen Varianten anbieten. Wie wäre es das Gemüse in der Lieblingsspeise zu verstecken oder mit in den Smoothie zu mixen? Man sagt, dass Kinder ein neues, unbekanntes Lebensmittel 8–10 Mal gekostet haben müssen, bis die Kleinen es akzeptieren.

Bewusst hinhören was dem Körper gut tut

Wenn man ganz genau hinhört, spürt man, was dem Körper gut tut. Allerdings haben das viele Menschen verlernt. Der Heißhunger auf Zucker hat mit dem natürlichen „auf den Körper hören“ nämlich wenig zu tun. Die Diätologin empfiehlt hier bewusstes Hinhören.

Der Schlüssel, um zu spüren was einem wann gut tut, ist Achtsamkeit. Am besten funktioniert das, wenn man ohne Ablenkung isst, also etwa ohne Handy oder Fernseher, und sich so gut wie möglich auf die Mahlzeit konzentriert.

Es geht um das langsame und bewusste Genießen. Auch mit den Gedanken sollte man bei der Sache sein und sich bewusst fragen:

  • Wie schmeckt das?
  • Welche Konsistenz hat es?
  • Bin ich noch hungrig?

Tipp: Wer das nicht kann, sollte zumindest eine Minute mit dem vollen Teller auf dem Tisch zu warten und dann erst mit dem Essen zu beginnen. In dieser Phase kann man auch bewusst am Essen riechen und sich überlegen, wie der perfekte erste Bissen aussehen soll.

Link

de.wikipedia.org/wiki/Mere-Exposure-Effekt