Frankreich und Essen sind wie unzertrennliche Zwillinge. Essen & Trinken in Frankreich hat Tradition und ist beinahe eine Art Kunst. Nicht umsonst kommen zahlreiche gute Köche aus Frankreich, man erinnere sich nur an Paul Bocuse, Pionier der Nouvelle Cuisine, einer der besten Köche weltweit.

Auch haben viele französische Vokabeln bezüglich des französischen Essens und Trinkens – wie Gourmet, Restaurant, Croissant, Baguette – den deutschsprachigen Raum erobert. Zudem sind in Österreich einige typische französische Gerichte, Produkte und Zutaten bekannt und beliebt. Dazu zählen die Kräuter der Provence, Crêpes, Croissants, Baguettes, der Camembert oder der Flammkuchen. Natürlich kennen und mögen wir zudem französische Weine oder Aperitifs.

 In unserem kulinarischen Reiseführer findest du diese Themen:

  1. Die Französische Küche – La Cuisine française
  2. Kulinarik in Frankreich – Culinaire en France
  3. Geschmacksache – außergewöhnliche Spezialitäten
  4. Französische Käse- und Wurstspezialitäten
  5. Verschiedene Brotsorten – Baguette & Co
  6. Süßes – Doux ou desserts
  7. Trinken in Frankreich – Boire en France
  8. Alles braucht seine Zeit – Tout prend du temps
  9. Wo bitte kann man was essen? – Où peux-tu manger quelque chose?
  10. Kleiner „Restaurant-Knigge – Comment je me comporte?

Die Französische Küche – La Cuisine française

Franzosen legen extrem viel Wert aufs Essen und geben dafür mehr Geld aus als vergleichsweise Österreicher oder Deutsche. Lieber verzichten sie auf andere Dinge wie eine größere Wohnung oder neue Möbel als auf einen guten Restaurantbesuch. Wer selber kocht, legt großen Wert auf gute Lebensmittelqualität sowie Produktfrische. Es wird den regionalen Erzeugnissen, die auf dem Markt gekauft werden, der Vorrang eingeräumt. Essen bedeutet in Frankreich seit jeher hohe Lebensqualität.
Gemeinsames Essen und Trinken impliziert gemeinsame Gespräche: Man redet übers Essen, dessen Zubereitung aber auch über Politik und die Welt. Dabei dauern richtige französische Mahlzeiten, die aus bis zu sieben Gängen und mehr bestehen können, Stunden.

Kulinarik in Frankreich – Culinaire en France

Kulinarik in Frankreich bedeutet einen abwechslungsreichen Speiseplan. Es kann keineswegs ein einziger kulinarischer Reiseführer geschrieben werden, da sich Rezepte, Gerichte und Produkte je nach Landschaft oder Region unterscheiden. Während man in Südfrankreich auf mediterrane Gerichte stößt, herrschen im Inland, etwa in der Auvergne, oft deftige Eintopfgerichte vor. Im Elsass lässt sich die typisch Elsässische Küche vom Nachbarland inspirieren und verfeinert mit französischen Finessen. Das Angebot ist umfangreich. Daher hier lediglich eine kleine Auswahl dessen, was Sie an Essen & Trinken in Frankreich in den unterschiedlichen Regionen als typische französische Spezialitäten finden:

Nord-Pas-de-Calais

In der nördlichsten Region Nord-Pas-de-Calais gibt es unterschiedliche französische Spezialitäten. Hier, wo das Hauptanbaugebiet des Endiviensalats ist, steht dieser gesunde Salat auch häufig auf dem Speiseplan. Typisch ist die Verknüpfung von Süßem und Salzigem, wie etwa Geflügelfleisch mit Pflaumen oder Äpfeln.

Im Nord-Pas-de-Calais, im Land der Cht’is, ist der Maroilles ein über die Grenzen beliebter Käse, zelebrierte doch der Postbote im Film „Willkommen bei den Cht’is“ seine Mahlzeiten mit diesem sehr „geruchsvoluminösen“ Käse. Nicht nur als Brotbelag, auch in Form von geschmolzenem Maroilles mit Spiegelei oder als Maroilles-Tarte wird er hier im Norden gerne verzehrt. Wesentlich milder ist der beliebte Käse Mont des Cats aus dem gleichnamigen Kloster Abbaye de Mont des Cats. Beliebt sind ferner die Andouillettes und die Andouilles (mehr dazu unter dem Punkt „Geschmacksache – außergewöhnliche Spezialitäten“. Als Nachbar zu Belgien und zum Meer, stehen hier Moules-frites – Miesmuscheln mit Pommes-frites – häufig auf dem Tisch.

Kulinarik in Frankreich, speziell in dieser Region bedeutet aber auch das Trinken der zahlreichen Trappisten-Biere sowie der Verzehr der Bêtises de Cambrai, leckerer karamellisierter Bonbons, deren ursprünglicher Geschmack aufgrund eines Missverständnisses vor mehr als 180 Jahren die Minze ist. Heute werden sie in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen hergestellt.
Ein guter kulinarischer Reiseführer nennt für die Region der Cht’is auch „La Lucullus“, eine in der Terrine angerichtete Spezialität mit Rinderzunge und Gänsestopfleber.

Picardie

Die Picardie befindet sich zwischen dem Nord-Pas-de-Calais und der Île-de-France. Hier ist die Gastronomie sehr stark von der flämischen Küche des Nachbarlandes Belgien geprägt. Zahlreiche Speisen sind eher herzhaft, wobei Kartoffeln, Kohl, Lauch, Rote Beete und andere Gemüsearten die Zutaten bilden. Pilze und Wild aus den Ardennen bereichern den Speiseplan ebenso wie Fisch und Meeresfrüchte aus der Region am Ärmelkanal oder aus einem der vielen Flüsse.

Besondere französische Schmankerl sind die würzigen Lammfleischgerichte von Tieren, die auf den Salzwiesen der Somme-Bucht grasen, was dem Fleisch die würzige Note des „pre-salé” verleiht. Ferner liebt man hier andere Fleischgerichte sowie Innereien und Froschschenkel.
Zu den besonderen französischen Spezialitäten zählen zudem die Ficelles Picardes, mit Pilzen und Schinken gefüllte Pfannkuchen, wie auch die Aale aus der Somme, die mit einer Essig-Ei-Sauce serviert werden, oder leckere Macarons mit Mandeln aus der Stadt Amiens.
Französische Spezialitäten auf dem Gebiet der Getränke sind hier die verschiedenen Biersorten aus den zahlreichen Brauereien der Region sowie der Genièvre, ein Wacholderschnaps, und im Grenzgebiet zur Normandie, wo der Apfelanbau vorherrscht, der Cidre.

Normandie

In der Normandie wird gerne gehaltvoll mit Käse- und Sahnesauce gekocht. Es herrschen die drei C – Calvados, Cidre und Camembert – vor. Neben einigen Fleischgerichten werden frische Austern sowie exquisite Käse-Spezialitäten und süßer Nachtisch präferiert.

Typische französische Spezialitäten dieser Region sind beispielsweise das Bœuf braisé à la Normande, ein in Cidre und Calvados marinierter Rinderbraten, das Escalope de veau à la crème, ein Kalbsschnitzel in Sahnesauce, oder die Gigot d’agneau présalé, die Keule vom Salzwiesenlamm. Bei vielen Normannen gelten die Boudins noir – Blutwürste auf Apfelringen mit gerösteten Zwiebeln – als französische Schmankerl. Nicht jedermanns Sache, aber hier beliebt, sind die Tripes à la mode de Caen, Kutteln in Cidre und Calvados.

Besonders in Küstennähe bekommt man Marmite dieppoise, einen leckeren Fischeintopf aus verschiedenen Fischarten, Muscheln, Krabben, Gemüse, Butter und Sahne, angeboten. Auch die Huîtres chaudes au pommeau – heiße Austern in einer Sauce au pommeau – sind eine typisch regionale Spezialität. Überhaupt isst man hier viel Austern, Hummer und Muscheln.
Zu den beliebtesten Käsesorten zählen der regional hergestellte, echte Camembert, sowie die würzigen Weichkäse Pont L’Evèque, Neufchâtel und Livarot.

Gutes französisches Essen bedeutet in der Normandie aber auch Süßes. Die bekanntesten normannischen Süßspeisen sind der Crêpe Normande, eine Art flacher Pfannkuchen mit Zucker, Sahne und Apfelringen, der am Tisch mit Calvados flambiert wird, sowie die Tarte Normande oder auch Tarte aux pommes genannt, ein Apfelkuchen aus dünnem Teig und Crème fraîche.

Trinken in Frankreich bedeutet in der Normandie Calvados – der typische Apfelbranntwein -, Cidre – ein Apfelschaumwein -, sowie der hier weniger bekannte Birnenschaumwein, der Poiré.

Bretagne

Typisch bretonisch sind Crêpes oder Galettes mit Cidre. Beide gibt es in unterschiedlichen Varianten. Unterschied zwischen den dünnen „Pfannkuchen“ ist, dass die Galettes aus Buchweizenmehl bestehen und traditionell herzhaft gefüllt werden.

Natürlich stehen auch Fisch und Meeresfrüchte als typische französische Schmankerl an erster Stelle. Beliebt sind die Moules frites, die Miesmuscheln mit Pommes-frites, Bretonischer Hummer, Austern – vor allem die aus Cancale – oder Coquilles Saint-Jacques, die Jakobsmuscheln, die hier kurz angebraten oder roh gegessen werden. An Fleisch gibt es vorwiegend Lamm. Beim Gemüse haben häufig die regionalen Artischocken den Vorrang.

Auch die Bretonen lieben Süßspeisen. Oft werden diese mit Salzbutterkaramell verfeinert, was ihnen eine sowohl leicht salzige als auch süße Geschmacksrichtung verleiht. Neben süß gefüllten Crêpes wird der Far Breton – eine Art Eierkuchen, den es warm oder auch kalt gibt -, sowie der schwer aussprechbare Kouign amann – ein Butterkuchen aus Blätterteig mit Karamell umhüllt – gegessen. Der Gâteau Breton, ein Sandkuchen, wird typischerweise mit gesalzener Butter gebacken.

Trinken in Frankreich bedeutet in der Bretagne, einen Cidre zu sich zu nehmen oder aber den leckeren Kir Breton, einen Cidre mit einem Schuss Johannisbeerlikör, dem Crème de cassis zu genießen.

Périgord

Das Périgord liegt im Südwesten der Republik und ist die Feinschmecker-Region Frankreichs schlechthin. Es ist eine Art „natürlicher Supermarkt“, denn die meisten der Zutaten der heimischen Gerichte wachsen hier im Überfluss oder werden dort produziert. Ein wirklicher Geheimtipp sind die Wochenmärkte der Region, wo man in der Menge der heimischen Produkte schwelgen kann: Walnüsse, Feigen, Esskastanien, Quitten oder Pilze sind neben köstlichen Schafs- und Ziegenkäsesorten ein wahrer Augen- und Gaumenschmaus.

Spricht man von Essen & Trinken in Frankreich, speziell im Périgord, so nennt man in einem Atemzug auch die Foie gras, die im deutschsprachigen Raum umstrittene Gänsestopfleber, die Confit d’oie, Gänseteile im eigenen Fett gegart, oder auch die Trüffel, vornehmlich die schwarzen, die auch als Périgord-Trüffel bezeichnet werden.

Jeder Tourist, jeder kulinarischer Reiseführer schwärmt von den Trüffelmärkten, die zwischen Dezember und März abgehalten werden, wo Exemplare zu finden sind, deren Kilowert bei bis zu 3.000 € liegen kann.
Was das Trinken in dieser Region anbelangt, so gibt es ein reichhaltiges Angebot an Weinen. Weit über die Grenzen beliebt sind der rote oder der weiße Bergerac. Weniger bekannt in Österreich und anderswo ist der Pineau, ein süß schmeckender Aperitif, der aus unfermentiertem Traubenmost und dem Eau de vie de Cognac produziert wird. Es gibt ihn als roten oder weißen Pineau.

Der Süden Frankreichs

Auch im Süden, wo Sonne und Meer das Leben bestimmen, halten Essen & Trinken in Frankreich Leib und Seele zusammen. Auch hier bedeutet Kulinarik in Frankreich eine Vielfalt an exquisiten Speisen.

Viele französische Spezialitäten des Südens haben Tomaten, Knoblauch und Kräuter der Provence (bestehend aus beispielsweise Majoran, Thymian, Oregano, Rosmarin und Lavendel) als Zutaten.

Selbstverständlich herrschen an der Côte d’Azur mediterrane Fisch- und Meeresfrüchtegerichte vor. Am bekanntesten ist in und um Marseille herum die Marseiller Bouillabaisse, ein Fischeintopf mit scharfer, rötlicher Knoblauchmayonnaise. Die traditionellen Fischzutaten sind Knurrhahn, Petersfisch, Drachenkopf, Seeteufel, Wolfsbarsch, Meeraal sowie Rotbarben. Feste Stücke und Brühe werden übrigens getrennt serviert.

Im Languedoc isst man eher deftiges französisches Essen wie die berühmte Cassoulet, ein Eintopfgericht aus weißen Bohnen, Fleisch, Ente, Speck und Kräutern. Bekannt ist auch der Salade niçoise, der Nizza-Salat. Hauptzutaten sind Salat, Tomaten, Thunfisch, hartgekochte Eier, Oliven sowie Sardellen. Dazu gibt es eine Vinaigrette.

Früher eher ein Arme-Leute-Essen, hat sich die Ratatouille heute bis in die feinen Restaurants als typisches französisches Essen hochgearbeitet. Dieser Eintopf besteht in erster Linie aus Auberginen, Zucchini, Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Verfeinert wird das Ganze mit Kräutern der Provence und Knoblauch.

Der Couscous aus Nordafrika hat den Weg übers Meer nach Frankreich gefunden. Er wird aus Hühnchen und Merguez, unterschiedlichen Gemüsen sowie Couscousgrieß hergestellt. In der Regel wird alles scharf gewürzt. Im Herbst basieren viele französische Schmankerl dieses Landstrichs auf Esskastanien beziehungsweise Maronen, wie beispielsweise Maronenmus oder kandierte Maronen.

Schon lange kein Geheimtipp mehr sind die Tapenade – eine Olivenpaste mit Kapern, Anchovis (Sardellen) und viel Olivenöl – und das Aioli, eine Knoblauchcreme.

Die Tarte Tropézienne, die St.-Tropez-Torte, ein mit Buttercreme gefüllter Hefekuchen, wurde von Brigitte Bardot auch bei uns bekannt gemacht.
Sowohl vor als auch nach dem Essen gibt es zudem Ziegenkäse in unterschiedlicher Varianz.

Natürlich herrscht unter den Getränken auch hier der unter der warmen Sonne Südfrankreichs gereifte Wein vor. Zudem lieben es die Südfranzosen, einen Pastis in einem Straßencafé zu sich zu nehmen.

Burgund

Das Burgund- französisch Bourgogne – ist vor allem für seine vorzüglichen Weine bekannt, und so wundert es auch nicht, dass hier zahlreiche französische Spezialitäten mit Wein zubereitet werden, wie beispielsweise das Bœuf bourguignon (Rindfleisch in Burgunderwein). Generell dominiert hier das Rindfleisch, speziell das der Charolais-Rinder dieser Region. Aber auch Geflügel, wie etwa das bekannte Bresshuhn aus dem südlichen Burgund, wird in Rotwein „ertränkt“. Auch in Österreich weiß man den Coq au vin zu schätzen, der beinahe so eine Art Nationalgericht in ganz Frankreich geworden ist.

Des Weiteren ist das Burgund für seine Weinbergschnecken bekannt. Wer kennt sie nicht, die Schnecken mit Kräuterbutter, die Escargots de Bourgogne!? Ebenfalls in unseren Supermärkten zu finden, ist der Senf aus dem Burgund, vornehmlich der Dijon-Senf.

Neben zahlreichen Rot- und Weißweinen zählt auch die Crémes de cassis, der schwarze Johannisbeerlikör, als eine besondere Spezialität beim Trinken in Frankreich. Sie wird auch zum Mischen des berühmten Kir oder auch Kir Royal verwandt. Wie die meisten Regionen Frankreichs, hat auch das Burgund französische Schmankerl in Form von –zig unterschiedlichen Käsesorten zu bieten.

Elsass

Kulinarik in Frankreich bedeutet im Elsass – in Frankreich unter der Bezeichnung Alsace stehend – deftige französische Spezialitäten. Viele der Gerichte bestehen aus Fleisch, vornehmlich Schweinefleisch. Gerne wird mit Sauerkraut gekocht, dass in sämtlichen Variationen – vom matschigen bis hin zum bissigen Kraut – angeboten wird. Jeder kulinarischer Reiseführer auf der Welt nennt als typische Elsässer Spezialität das Choucroute garnie, eine Elsässer Sauerkrautplatte mit Würsten sowie gesalzenen Fleischarten. Als Beilage werden Kartoffeln gereicht.
Echte französische Schmankerl in Form von Pferdefleisch findet man heute immer seltener in den Restaurants des Elsass.

Ebenfalls recht deftig ist der typische Eintopf, bestehend aus Lamm-, Rind- und Schweinefleisch mit Gemüse in Weißwein lange mariniert und anschließend gekocht. Häufig kommen bei diesem, „Baeckoeffe“ genannten Gericht noch Schweinefüße hinzu.

Auch bei uns wird der Elsässer Flamkuchen, der Flammekuech, immer beliebter. Es handelt sich dabei um eine Art dünnen Pizzateig mit Crème fraîche, Speck und Zwiebeln oder Lauch.

Bekannt ist der Fromage de Munster d`Alsace aus dem Ort Munster. Man riecht ihn schon von Weitem, diesen kräftigen Weichkäse, der gerne zu Flamkuchen oder Kartoffeln gereicht wird. An Kuchenspezialitäten wird der Gugelhoupf, ein Hefekuchen mit oder ohne Rosinen, gegessen.

Geschmacksache – außergewöhnliche Spezialitäten

Nicht jedes französisches Essen entspricht unseren Geschmacksnerven, was sicherlich umgekehrt auch der Fall sein wird. So muss, kann oder will – oder auch eben nicht – sich der österreichische Gaumen an folgende Gerichte sicherlich erst ganz langsam herantasten. Häufig schmecken diese französische Schmankerl auch erst nach dem zweiten oder dritten Versuch:

  • Austern: Austern (richtig) essen will gelernt und gekonnt sein. Das beginnt bereits beim Öffnen der harten Schale. Es gibt sie meistens im Dutzend. In einigen Orten – etwa in Cancale – kann man Austern direkt am Meer vom Austernzüchter frisch kaufen und roh – also lebend – schlürfen. Ein kleiner Geheimtipp: Träufeln sie etwas Zitrone auf die Austern, dann können Sie erkennen, ob sie noch lebt und genießbar ist.
  • Tripes à la mode de Caen: Das sind Kutteln in Cidre und Calvados, also in Streifen geschnittene Pansen von Wiederkäuern, als eine Art geschmorter Eintopf mit Gemüse, Knoblauch, Kräutern und Kalbsfüßen.
  • Lucullus: Rinderzunge wird mit Gänsestopfleber in einer Terrine geschichtet.
  • Foie gras: Das ist Gänsestopfleber, die von uns häufig wegen ihrer „Herstellung“ abgelehnt wird, da die Gänse innerhalb kürzester Zeit gestopft werden und ihre Leber dabei unnatürlich wächst. Besonders im Périgord isst man mit Genuss die Pâté de foie gras, eine Pastete aus Gänsestopfleber sowie anderen Zutaten wie etwa Trüffel.
  • Escargots: Es sind Weinbergschnecken mit Kräuterbutter und oftmals Knoblauch.
  • Algen: Gerade in der Bretagne werden verschiedene Algenarten – etwa als Salat – zum Verzehr angeboten.
  • Seeigel: Direkt aus der Schale werden die, meist nur fingernagelgroßen Gonaden, also die Geschlechtsdrüsen, herausgelöffelt. Man kann sie mit Zitrone beträufeln. Das Öffnen der Seeigel bedarf einiger Geschicklichkeit und Übung. Seeigel sind relativ teuer. Sie werden überwiegend in Restaurants an der Côte d’Azur angeboten.
  • Andouille und Andouillette: Das sind Würste, die ausschließlich aus Innereien hergestellt werden.

Französische Käse- und Wurstspezialitäten

Käse – Fromage

Selbst ein besonders guter kulinarischer Reiseführer kann die genaue Anzahl der unterschiedlichen Käsesorten Frankreichs wohl kaum genau benennen. Es sind einfach viel zu viele! Käse kann man in Frankreich sowohl zum Picknick als auch zum Mittag- oder Abendessen zu sich nehmen. Meistens wird eine Käseplatte serviert, auf der unterschiedliche Sorten zu finden sind. Dazu isst man Baguette.

Zu den bekanntesten Käsesorten auch hier in Österreich zählt der Camembert, ein Weißschimmelkäse, der ursprünglich aus der Normandie stammt.
Im Süden sowie in Zentralfrankreich wird gerne und oft Ziegenkäse offeriert. Es gibt ihn in Scheiben oder am Stück sowie als Frischkäse. Er wird entweder pur oder mit Gewürzen, mit Kräutern oder beispielsweise auch mit Feigen angeboten. Ziegenkäse kann man kalt aber auch warm genießen. Schafskäse ist ebenfalls in Frankreich häufig in den Käsetheken zu finden.

Auch hierzulande gibt es den Fromage de Munster d`Alsace, bekannt auch als Munster-Käse. Es ist ein Weichkäse mit Rotschmiere und einem sehr kräftigen Geschmack sowie einem noch kräftigeren Duft. Auch der Maroilles aus dem Land der Cht’is, hat einen extrem prägnanten Geruch. Dieser Kuhmilchkäse ist an seiner roten Rinde erkennbar.
Der Roquefort, ein aromatischer Schafs-Edelschimmelkäse aus den Cevennen, ist selbst außerhalb Europas bekannt.

Es würde hier den Rahmen sprengen, alle Käsesorten zu benennen. Ein sehr großes Käsesortiment finden Sie in Ihrem Frankreichurlaub in großen Supermärkten und auf den Wochenmärkten. Besonders frisch erhält man ihn in den Fromageries, den Käsereien.

Wurst – Saucisse

Franzosen essen weitaus weniger Wurstprodukte als wir. Dennoch seien einige typische genannt, die teils auch bei uns Einzug gefunden haben. Da wären zunächst die haltbaren Französischen Salamis, die häufig mit Zutaten wie Nüssen, Käse, Pistazien, Oliven, Feigen und anderen Dingen verfeinert sind. Man kann sie, wie auch Wildschwein-, Esels-, Ziegen-, und Stiersalami, auf Frankreichs Märkten kaufen und probieren. Eine beinahe „ganz normale“ Salami ist die Rosette de Lyon, eine luftgetrocknete Schweinefleischsalami in Rosettenform.

Ferner gibt es auch Schinken (Jambon). Die bekanntesten Sorten sind der Jambon de Bayonne, ein luftgetrockneter Schinken aus dem französischen Baskenland, und der Jambon sec des Ardennes sowie der Noix de jambon sec des Ardennes, ebenfalls getrocknete Schinken.

Gern gegessen werden Pasteten, auch Paté oder Terrine genannt. Dabei handelt es sich um eine Art Streichwurst. Am bekanntesten sind Le Foie gras, die Gänseleberpastete, oder die Rilettes , ein Brotaufstrich aus Schweinefleisch, Gänse- oder Entenbrust mit Fleischstücken, der dem österreichischen „Verhackert“ nahekommt.

Merguez sind rote, scharf gewürzte grobe Hackfleisch-Bratwürste, deren Ursprungsland Marokko ist. Bei der Andouille und der Andouillette handelt es sich um ausschließlich aus Innereien hergestellten Würsten. Während die Andouille normalerweise kalt und in Scheiben geschnitten gegessen wird, isst man die feinere Andouillette in gekochtem Zustand.

Verschiedene Brotsorten – Baguette & Co

Das typische Straßenbild in Frankreich sieht so aus: Menschen laufen mit angeknabberten Baguettes unterm Arm durch die Straßen. Was den Geschäften Frankreichs sicherlich nie ausgeht, ist das Baguette. Jeder Ort hat eine boulangerie, und wenn nicht, kommt ein Bäcker mit dem Auto vorbei und hupt lautstark. Franzosen kaufen eben viel und mehrmals täglich das „Stöckchen“, wie das Baguette übersetzt heißt.

Das echte französische Baguette misst 50-70 cm und wiegt 240-340 g. Es wird nicht geschnitten sondern gebrochen. Ursprünglich diente es dazu, die Sauce vom Teller aufzunehmen. Heute isst man es als Beilage oder mit Pastete sowie Käse belegt.

Aber nicht alle länglichen Weißbrote sind Baguettes, vielmehr machen die Franzosen einen Unterschied zwischen Baguette, Pain – Brot – und Flûte. Eine Flûte ist länger und dünner als ein Baguette, wiegt aber genauso viel wie ein Baguette, während ein Pain mehr, also 400 g, wiegt und dicker jedoch genauso lang wie ein Baguette ist.

Heutzutage gibt es in Frankreich neben diesen drei typischen Broten noch zahlreiche andere Varianten . Nicht nur in ländlichen Räumen wird das „Pain de campagne“ über die Theke gereicht, ein eher rustikales Landbrot. „Le petit pain“, so nennen die Franzosen Brötchen, gibt es ebenfalls mancherorts. Auch findet man immer häufiger Vollkornbrote. Nach Schwarzbrot jedoch sucht man häufig vergebens.

Süßes – Doux ou desserts

Franzosen essen gerne zum Nachtisch oder zum Kaffee etwas Süßes. Hier einige Beispiele für süße Kulinarik in Frankreich:

  • Macaron: Das sind zwei bunte, aufeinanderliegende Mandelbaisers mit Füllung. Sie sind in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wie Café, Pistazie oder Himbeere erhältlich.
  • Croissant: Dieses typische, in Hörnchenform gebackene Teilchen ist auch bei uns bekannt. In Frankreich isst man es zum Frühstück.
  • Pain au chocolat: Dabei handelt es sich um ein mit Schokolade gefülltes rechteckiges Croissant.
  • Flan: Das ist eine Art Vanillepudding-Kuchen mit dünnem Mürbeteigboden und –rand sowie einer Vanillepuddingfüllung.
  • Brioche: Brioche ist eine Art süßes Brot, vergleichbar mit unseren Butter- oder Hefezöpfen.
  • Crêpes: Diese dünnen Pfannkuchen werden süß oder herzhaft gefüllt beziehungsweise belegt.
  • Crème brûlée: Das ist eine Nachspeise aus Eigelb, Milch, Sahne, Zucker und Vanille, die vor dem Servieren mit braunem Rohrzucker mittels einer speziellen „Feuerpistole“ karamellisiert wird.
  • Mousse au chocolat: Dabei handelt es sich um einen lockeren Schokoladenschaum, der kalt vorbereitet wird.

Trinken in Frankreich – Boire en France

Trinken in Frankreich bedeutet Wasser, Wein und Kaffee. Hinzu kommen einige erfrischende, alkoholfreie Getränke sowie verschiedene Spirituosen.

Wasser – Eau ou Eau minérale

Wasser, in erster Linie ohne Kohlensäure, auf dem Land meist direkt aus der Wasserleitung, steht zu jeder Mahlzeit auf dem Tisch. Speziell in der Auvergne sprudeln mehr als 100 Mineral- bzw. Quellwasser bester Qualität aus der Erde. Wen wundert’s, dass hier die bekanntesten Marken wie Volvic oder Vichy hergestellt werden, die auch hierzulande in den Getränkeregalen zu finden sind.

Wein, Sekt & Co. – Vin, Champagne & Co

Frankreich ist auch das Land der guten Weine. Häufig wird Rotwein getrunken. Je nachdem, was an Speisen auf den Tisch kommt, gibt es jedoch auch Weiß- oder Roséwein.

Jeder Weinliebhaber in Österreich kennt gute Bordeaux-Weine aus gleichnamiger Region, bei denen es sich meistens um trockene Rote handelt. Im Elsass indess herrschen Weißweine vor, lediglich der Spätburgunder, der Pinot noir, ist da ein Sonderfall. Zu den bekannten Weinen des Elsass‘ zählen der Sylvaner, der Muscat und der Gewurztraminer. Die beiden letztgenannten werden wegen ihres fruchtigen und würzigen Geschmacks auch häufig als Aperitif getrunken. Der Edelzwicker ist eine Komposition aus unterschiedlichen Rebsorten.

Im Burgund, der Weinregion schlechthin, gibt es verschiedene hochwertige Weiß- aber auch Rotweine. Bei Weinkennern besonders beliebt und nicht ganz billig ist der Chablis, ein Weißwein, der ausschließlich aus der weltweit berühmtesten Rebsorte Chardonnay hergestellt wird.

Aber auch andere Landstriche bringen gute Weine hervor. Franzosen bevorzugen meistens Weine aus der eigenen Region.

Neben dem Wein ist auch der Schaumwein über Frankreichs Grenzen hinaus eine Art Geheimtipp für Genießer. Es gibt den traditionellen Champagner aus der Champagne aber auch den Schaumwein aus dem Elsass, den Crémant d’Alsace.

Viele von uns konsumierte alkoholische Getränke stammen aus Frankreich. Dazu gehören der Cognac – ein Weinbrand aus gleichnamiger Stadt – und der Calvados – ein Apfelbranntwein aus der Normandie. Der vornehmlich in Südfrankreich getrunkene Pastis, ein Anisschnaps, der im Verhältnis 5-6 Teile Eiswasser und 1 Teil Pastis getrunken wird, ist bei uns weniger beliebt. Die Créme de cassis, ein schwarzer Johannisbeerlikör, wird für die Zubereitung von Cocktails verwendet. Am bekanntesten sind hierbei der Kir (mit Weißwein) und der Kir Royal (mit Champagner).

Selbstverständlich trinken Franzosen auch Bier, jedoch keineswegs so viel wie wir Österreicher. Die meisten Biersorten stammen aus Belgien, Holland oder Deutschland. Aber es gibt auch einige französische Biermarken, wie etwa das Cht’i im Département Nord. Oftmals trinkt man Panaché, ein Biergemisch.

Kaffee – Café

Unter „Café“ verstehen die Franzosen einen Espresso. Unserem Kaffee entspricht eher der „Café crème“. „Café au lait“ ist ein Milchkaffee.
Der kleine Schwarze, der „Café“, wird immer mal zwischendurch getrunken; oft im Stehen an der Theke einer Bar oder eines Cafés.

Alkoholfreie Getränke – Boissons sans alcool

Natürlich gibt es auch Getränke wie Cola in Frankreich, jedoch bevorzugt man bei den Bestellungen in der Bar typische französische Schmankerl. Dazu gehören die Orangina, eine Limonade mit Fruchtfleisch aber ohne Konservierungs- und Zusatzstoffen. Die original Orangina wird in einer kleinen, apfelsinenförmigen Flasche serviert.

Sehr beliebt ist Sirup in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, der mit Wasser verdünnt getrunken wird. Trinken in Frankreich eines Getränkes mit Sirup ist überregional. Bevorzugte Gemische sind die Grenadine – Granatapfelsaftsirup – oder der Diabolo menthe – Sirup mit Pfefferminzgeschmack. Genauer genommen: Diabolo menthe besteht aus Pfefferminzsirup und Limo, die einfache Grenadine wird mit Wasser, der Diabolo grenadine mit Limo und der Lait grenadine mit Milch gemischt. Stets werden sie mit Strohhalm und eisgekühlt serviert.

Alles braucht seine Zeit – Tout prend du temps

Essen & Trinken in Frankreich hat Tradition und dauert länger als bei uns. Die wichtigsten Mahlzeiten sind das gemeinsame Abendbrot sowie das gemeinsame Essen am Sonntag. Mittag- und Abendessen bestehen meist aus drei Gängen. Es gibt jedoch auch Fünf- oder mehrgängige Menus.
Ein typischer kulinarischer Tagesablauf sieht in etwa so aus:

1. Frühstück – Le petit déjeuner

Den Tag beginnt man in Frankreich mit etwas Süßem, mit einem Croissant, einem Pain au chocolat, einem Stück vom Brioche oder aber mit Baguette, Honig, Marmelade und/oder Nuss-Nougat-Creme. In manchen Familien werden Kekse gegessen. Dazu trinkt man Café au Lait oder Espresso.

2. Mittagessen – Le déjeuner

Französisches Essen zur Mittagszeit hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Das liegt an der Berufstätigkeit vieler Frauen. Das typische französische Mittagessen findet zwischen 12.00 und 14.00 Uhr statt und besteht aus drei Gängen sowie einem Espresso. Als Beilagen dient Baguette.
Die drei Gänge sind wie folgt:

  • Vorspeise: Salat, Pastete oder eine Käseplatte
  • Hauptgericht: Fleisch oder Fisch, Gemüse (Kartoffeln gelten als Gemüse). Reis oder Nudeln gibt es seltener, dafür jedoch immer Baguette.
  • Dessert oder Käse: Hierzu wird immer ein Stück Baguette gereicht.
  • Getrunken wird Wasser ohne Kohlensäure, manchmal auch ein Glas Wein. Zum Abschluss gibt es einen Espresso.
    Bei einem fünfgängigen Essen wird zwischen Vorspeise (Apéritif) und Hauptgericht (Plat principal) noch ein Entremet (Zwischenmahlzeit) in Form von kleinen süßen oder salzigen Snacks gereicht. Zu einem sieben- oder mehrgängigen Menu gehören beispielsweise je eine warme und eine kalte Vorspeise sowie zwei Entremets. Generell werden dabei die gesamten Portionen kleiner gehalten.

3. Nachmittags – Le goûter

Zwischen 16 und 16.30 Uhr nimmt man einen kleinen Snack zu sich. Das ist die Zeit, wenn der Nachwuchs aus der Schule kommt, der bereits in der Schulkantine gegessen hat. Es wird Kaffee, Kakao, Milch oder Saft zu Schokocroissants, Kuchen oder Keksen getrunken.

4. Abendessen – Le dîner ou le souper

Franzosen essen sehr spät, gegen 20 Uhr. Gerne sitzt die Familie oder sitzt man mit Freunden dabei etwas länger zusammen. Le dîner besteht – ähnlich wie das Mittagessen – aus drei Gängen oder mehr. Die einzelnen Speisen sind jedoch leichter verdaulich. Suppe gibt es nur zum Abendessen.

5. Feste und Feiertage – Les fêtes

An Feiertagen sowie zu Familienfesten sitzen die Franzosen zu den Hauptmahlzeiten oft stundenlang zusammen, wobei es nicht selten fünf, sieben oder gar mehr Gänge gibt. Zwischendurch wird immer wieder eine kleine Essenspause eingelegt und man unterhält sich viel.

6. Picknick – Pique-nique

Franzosen picknicken gern und viel. Besonders bei schönem Wetter fährt die ganze Familie mit dem Auto ins Grüne oder zu einem der zahlreichen speziell angelegten Picknickplätze des Landes. Mit dabei sind neben Geschirr und Besteck in jedem Fall eine Tischdecke sowie Käse, Wein, Wasser und entsprechende Speisen. Es wird lange und ausgiebig „getafelt“.

7. Eine Besonderheit – L’apéritif

In Österreich kennen wir es nicht: L’apéritif. Wörtlich übersetzt heißt es „Vorspeise“. Es ist jedoch eher ein kleiner Imbiss. Bei dieser „Mahlzeit“ trifft man sich – egal ob geplant oder ungeplant – mit Nachbarn, Freunden oder Bekannten am Abend vor dem Abendessen und nimmt einen Apéritif in alkoholischer Form, Champagner, Wein und/oder andere alkoholische Getränke zu sich. Dazu werden Kleinigkeiten wie Oliven, Nüsse, kleine Tomaten, Saucisson – luftgetrocknete Würstchen – oder Häppchen gereicht. Man plaudert viel und lange, so dass oft ein gleitender Übergang zum Abendessen stattfindet.